Absturzsicherung – Wissensdatenbank

Wartung von Steigleitern

Anschlagmöglichkeiten

Anschlagmöglichkeiten 1024 683 EASiTec

Anschlagmöglichkeiten

Wenn in einem absturzgefährdeten Bereich gearbeitet wird, müssen die Arbeiter gegen Absturz gesichert werden. Hierbei gilt es zwischen vielen verschiedenen Möglichkeiten zu unterscheiden, wie zum Beispiel der persönlichen Schutzausstattung und dem kollektiven Schutz, der alle Mitarbeiter schützen soll. Auch Bauliche Maßnahmen gibt es. Zwei Begriffe, die oft miteinander verwechselt werden sind Anschlageinrichtung und Anschlagmöglichkeit. Laut DGUV Regel 112-198, auch bekannt als „Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz“, ist eine Anschlagmöglichkeit als eine feste, tragfähige Konstruktion definiert, an der sich der Arbeiter mit seiner persönlichen Schutzausstattung gegen Absturz (PSAgA) temporär befestigen kann. Das sind zum Beispiel Stahlträger oder Rohre, manchmal aber auch Beton- oder Holzbalken. Vor allem bei der Dacharbeit wird letzteres öfter mit einer Bandschlinge versehen, an der die PSAgA nun befestigt werden kann. Sollen sich die zu schützenden Personen an Rohren anschlagen, so können spezielle Verbindungsmittel wie Rohrhakenkarabiner verwendet werden. Dies sieht man vor allem im Gerüstbau.

Anforderungen an die Anschlagmöglichkeiten

Um als Anschlagmöglichkeit zur Sicherung einer Person im absturzgefährdeten Bereich zugelassen werden zu können, muss nachgewiesen werden, dass der vorgesehene Punkteine eingeleitete Kraft von 9kN standhalten kann. Dieser Wert resultiert aus einem Sicherheitsfaktor und der verbleibenden Energie zusammen, die nach dem Einsatz eines Falldämpfers noch bleibt. Für jede weitere Person, die zur selben Zeit an derselben Stelle gesichert werden soll, muss zusätzlich 1kN hinzugezogen werden, dem der Punkt standhalten muss.

Zusätzlich muss darauf geachtet werden, dass der Punkt sich nicht verschieden oder von der Unterkonstruktion lösen kann. Dies ist besonders wichtig bei dem Einsatz von einer Bandschlinge auf Holzbalken beispielsweise. Freie Enden von Rohren oder Trägern sind daher ungeeignet, da sich die PSAgA einfach an ende der Konstruktion davon lösen kann. Verbindungselemente dürfen nur dann direkt mit dem Anschlagspunkt verbunden werden, wenn sichergestellt werden kann, dass dieses Element keiner Querbelastung ausgesetzt ist, wenn es zum Absturz kommt. Kann dies nicht sichergestellt werden, so kann beispielsweise eine Bandschlinge verwendet werden, um das Verbindungselement an dem Punkt zu befestigen. In diesem Falle wird das Verbindungselement auf die Bandschlinge eingehängt.

 

Wartung von Steigleitern

Schutzgeländer

Schutzgeländer 1024 683 EASiTec

Schutzgeländer

Eine der meistgenutzten kollektiven Schutzmaßnahmen gegen Absturz sind Schutzgeländer oder auch Dachgeländer. Sie schützen Personen, die sich im absturzgefährdeten Bereich aufhalten, oder dort arbeiten präventiv vor dem Absturz. Da Schutzgeländer zu den kollektiv schützenden Maßnahmen zählen und somit alle Personen, die sich auf dem Dach befinden gleichermaßen schützen, sind sie der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz, oder kurz PSAgA, vorzuziehen. Nicht nur Absturzkanten werden mit Schutzgeländern gesichert, sondern auch nicht trittsichere Lichtkuppeln, Dachfenster oder Fensterscheiben.

Arten der Schutzgeländer

Laut der ASR A2.1 stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung, wie ein Schutzgeländer aufgebaut sein muss. Ein Geländer mit geschlossener Füllung beispielsweise, aber auch als Geländer mit senkrechten Füllstäben. Am häufigsten trifft man jedoch auf Knieleistengeländer, welches aus einem Handlauf und einer niedriger angesetzten Knieleiste besteht. Wird das Schutzgeländer ohne weitere Umrandung oder Attika direkt an der Absturzkante montiert, so ist noch eine Fußleiste nötig, um zu verhindern, dass eine Person unter der Knieleiste hindurchgleiten kann. Meistens bestehen die Geländer aus hochwertigem Edelstahl, oder aus witterungsbeständigem Aluminium. Sie können auf verschiedenen Untergründen angebracht werden, wie beispielsweise Bitumenbahnen oder gewebeverstärkte Folie, aber auch Trapezblech und tragfähige Flachdächer. Auch beim Design gibt es ein paar Varianten, sodass für jedes Projekt etwas dabei ist.

Anforderungen

Wie alle sicherheitsrelevanten Teile in der Absturzsicherung, müssen auch Schutzgeländer gewisse Anforderungen erfüllen, bevor die einsatzbereit sind. Ein Knieleistengeländer muss beispielsweise mindestens einen Meter hoch sein. Der Abstand zwischen Handlauf und Knieleise, sowie, wenn vorhanden, der Abstand zwischen Fußleiste und Knieleiste dürfen maximal 50cm betragen. Wird eine Fußleiste verbaut so muss diese eine Höhe von mindestens 5cm haben. Bei der Montage muss darauf geachtet werden, dass das Geländer bei horizontaler Last eine Kraft von 1 kN/m aushält, wenn diese auf die Oberkante des Geländers angebracht wird. Geländer können auf verschiedene Art befestigt werden. In seltenen Fällen werden sie einfach mit Gewichten aufgestellt, meistens werden sie jedoch fest verschraubt oder verschweißt.

Wartung von Steigleitern

Absperrung zum Schutz gegen Absturz

Absperrung zum Schutz gegen Absturz 1024 683 EASiTec

Absperrung zum Schutz gegen Absturz

Absperrungen gelten als kollektiv wirkende Maßnahme zur Absturzsicherung. Die oft in auffallenden Farben gehaltenen Absperrungen warnen Personen vor dem beginnenden absturzgefährdeten Bereich und solange sie nicht umgangen oder überstiegen wird, ist ein Absturz absolut ausgeschlossen. Absperrmaßnahmen sind eine der einfachsten Formen der Absturzsicherung, wenn sich Betroffene an die Beschilderung und die Hinweise halten.

Sind Absperrungen sinnvoll?

Absperrmaßnahmen sind immer dann sinnvoll, wenn zwar Arbeiten auf der Dachfläche gemacht werden, diese sich aber nicht in dem absturzgefährdeten Bereich in der Nähe der Absturzkante befinden. Hier können die Arbeiter auf ihre PSAgA (persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz) verzichten, solange sie auf der Dachfläche arbeiten und nicht hinter die Absperrung treten. Diese Regelung gilt nur bei trittsicheren Flächen, also wenn die Dachfläche weder Fenster noch Glasscheiben, noch durchbruchgefährdete Platten aufweist. Als Absperrung selbst wird nach DGUV Information 201-056 ein Geländer verwendet, aber auch Ketten oder Seile. Absperrband darf jedoch nicht verwendet werden, da es durch Wind oder andere Einflüsse in den absturzgefährdeten Bereich rücken könnte und somit wieder zulässt, dass sich Personen in dem gefährlichen Bereich aufhalten. Die Absperrung sollte in jedem Falle in auffallenden Warnfarben gekennzeichnet sein. Zusätzlich kann ein Hinweisschild verwendet werden, welches auf den Gefahrenbereich aufmerksam macht.

Wo wird abgesperrt?

Auf Dächern, die eine maximale Neigung von22,5° haben, ist es möglich eine Absperrung anzubringen. Bei einem steileren Winkel ist es nicht nur schwieriger, eine Absperrung anzubringen, sondern auch ausdrücklich empfohlen, sich mit einem Sicherungssystem zu verbinden, da die Absturzgefahr deutlich erhöht ist. Bei der Absperrung des Bereiches ist zur Absturzkante ein Mindestabstand von 2m einzuhalten. Eine Absperrung ist nur dann ausreichend, wenn keine Arbeiten im absturzgefährdetem Bereich geplant sind. In diesem Falle ist es die günstigste und einfachste Lösung, Personen vor dem Bereich zu warnen und vor einem Absturz zu schützen. Sollten jedoch Arbeiten an der Absturzkante erfolgen, so muss unbedingt eine Absturzsicherung und gegebenenfalls ein Auffangsystem geplant werden.

Wartung von Steigleitern

Schienensicherungssystem

Schienensicherungssystem 1024 683 EASiTec

Schienensicherungssystem

Schienensicherungssysteme zählen zu den zuverlässigsten Sicherungssystemen, da sie durch die Überfahrbarkeit ununterbrochen den Anwender gegen den Absturz sichert. Der Nutzer verbindet sich mit seiner persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) mit der Anschlageinrichtung und kann dann entlang des gesamten Systems sicher arbeiten.

So funktioniert es

Die Funktion des Schienensicherungs-systems ähnelt dem Seilsicherungssystem. Wenn in einem absturzgefährdeten Bereich regelmäßiger Durchgangsverkehr besteht, so werden entlang dieser meist Schienensicherungs-Systeme angebracht, um den Nutzern ununterbrochene Sicherheit bieten zu können. Aber nicht nur auf Dächern sind diese Sicherungssysteme zu finden. Auch an Arbeitsplätzen in der Industrie, Logistik, aber auch in der Energiewirtschaft. Die Schienen werden fest an der Wand montiert. Auf ihnen läuft dann ein Gleiter, auf dem der Anschlagpunkt sitzt, an dem sich der Nutzer mit dem System verbindet. Nun kann sich der Nutzer frei bewegen, solange er sich im Radius des Gleiters befindet. Dieser fährt zuverlässig auf der Schiene neben dem Anwender her und hält ihn im Radius der Ausstattung zuverlässig fest. Stürzt der Anwender, so reduziert das System die Kraft, die der Absturz auf den Körper hat, leitet sie in den Befestigungsuntergrund und fängt den Nutzer sicher auf.

Material und Kennzeichnung

Schienensicherungssysteme können an jede Situation angepasst werden. Egal welche Form oder wie lang das Schienensystem sein soll, man kann es beliebig erweitern und auch Kurven reinbringen. Für die Auswahl der Materialien gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel das leistungsstarke und vor allem witterungsbeständige Edelstahl, welches vor allem in aggressiveren Umgebungen verwendet wird, aber auch hochfestes Aluminium. Dadurch, dass spezielle Loslager an den Befestigungselementen verwendet werden, sind diese besonders witterungsbeständig, aber auch kaum temperaturempfindlich. Wenn ein Schienensicherungs-system angebracht wurde, muss es mit einem Schild versehen werden, auf dem die wichtigsten Eigenschaften sowie Hinweise zur Nutzung festgelegt sind. Dieses Systemschild muss vor der Verwendung unbedingt geprüft werden und sollte daher an einer entsprechenden Stelle angebracht sein.

Wartung von Steigleitern

Ausstattungsklassen

Ausstattungsklassen 1024 683 EASiTec

Ausstattungsklassen

Je nach Anwendungsgebiet und Nutzung muss bei Arbeiten im absturzgefährdetem Bereich andere Ausstattung genutzt werden. Diese wird In vier Klassen unterteilt, die in der DGUV Information 201-056 definiert sind. Bereits wenn die Schutzmaßnahmen geplant werden sollte darauf geachtet werden, dass Kollektivschutz immer Vorrang zu persönlichem Schutz haben sollte. Das bedeutet, dass zunächst Schutzmaßnahmen gebraucht und verbaut werden sollten, die kollektiv alle Nutzer schützen, bevor auf die PSAgA (Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz) zurückgegriffen werden muss. Eine ähnliche Priorität hat das sogenannte Gebot der Prävention (vgl. DGUVV 1), die besagt, dass ein System, welches den Absturz verhindert einem System vorgezogen werden sollte, welches den Absturz dämpft, um schwere Verletzungen zu vermeiden. Um nun die geeignete Ausstattung vor Ort zu haben, unterscheidet die DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) vier Ausstattungsklassen.

Ausstattungsklasse 4

In der Ausstattungsklasse 4 befinden sich Schutzmaßnamen, die Privatpersonen das Betreten der Dachfläche, beziehungsweise der Arbeitsbereiche ermöglichen. Hierbei handelt es sich um Vorschriften, wie beispielsweise aktuell geltende Bauvorschriften, aber auch explizite Vorschriften bezüglich Fluchtwegen.

Ausstattungsklasse 3

Absturzgefährdete Bereiche und die Absturzkante selbst werden durch bauliche, kollektiv schützende Maßnahmen gesichert. Hierzu werden meistens Geländer oder ein Seitenschutz verwendet. Durch die Ausstattungsklasse 3 wird es ungeschultem Personal ermöglicht, den Bereich oder die Dachfläche zu betreten. Es ist eine Unterweisung der Nutzer nötig.

Ausstattungsklasse 2

Unter die Ausstattungsklasse 2 fallen unter anderem Seilsicherungssysteme, aber auch Schienensicherungssysteme, die horizontal entlang der Absturzkante angebracht sind. An diesem können sich dann nach DGUV Regel 112-198 („Benutzung von PSAgA“) eingewiesene Personen mit ihrer persönlichen Schutzausrüstung sichern. Seil- und Schienensicherungssysteme dienen hierbei als Rückhaltesystem, welches das Arbeiten entlang der Absturzkante ermöglicht, die Nutzer aber präventiv vor einem Absturz sichert. An exponierten Stellen des Systems, kann es auch durch Einzelanschlagpunkte ergänzt werden, wenn nötig.

Ausstattungsklasse 1

Ein Sicherungssystem der Ausstattungsklasse 1 beinhaltet Einzelanschlagpunkte, die sowohl einen gewissen Abstand zueinander, als auch zur Absturzkante haben müssen, um die Arbeit auf der gesamten Dachfläche zu ermöglichen. In diesen Systemen der Klasse 1 dürfen sich ausschließlich unterwiesene Fachpersonen bewegen, da die Einzelanschlagpunkte nur punktuell gegen Absturz sichern. Arbeitet das Personal entlang der Absturzkante, so ist ein Absturz möglich, wird jedoch durch die PSAgA und das entsprechende Auffangsystem oder einzelne falldämpfende Elemente aufgefangen. Auch bei einem gedämpften Sturz können Verletzungen auftreten, sodass der Verunfallte schnellstmöglich geborgen und von einem Arzt untersucht werden sollte. Auch temporäre Seilsicherungssysteme werden der Ausstattungsklasse 1 zugeordnet. Bei korrekter Verwendung erhöhen sie natürlich die Sicherheit des Anwenders, gehören jedoch nicht zu der baulichen Anlage, sondern werden nach zum Beispiel der Fertigstellung des Baus wieder abgebaut.

Die richtige Ausstattungsklasse wählen

Welche Ausstattungsklasse für ein Projekt oder ein Gebäude am besten geeignet ist, hängt davon ab, wie häufig die Fläche betreten wird und von welchen Personen. Grundsätzlich gelten folgende Richtlinien:

Für unterwiesenes Fachpersonal und geringer Nutzungsintervall gilt Klasse 1, mittlerer Nutzungsintervall Klasse 2 und bei hoher Nutzung Klasse 3. Für nicht unterwiesenes Personal kommt grundsätzlich Klasse 3 in Frage. Für den öffentlichen Zugang und Privatpersonen werden ausschließlich Sicherungssysteme mit der Ausstattungsklasse 4 genutzt. Hierbei ist das Nutzungsintervall im Laufe einer Gefährdungsbeurteilung individuell zu bestimmen.

Anschlageinrichtung

Auffangeinrichtung

Auffangeinrichtung 1200 800 EASiTec

Auffangeinrichtung

Bei der Arbeit in absturzgefährdeten Bereichen ist es besonders wichtig, die Arbeiter davor zu bewahren, einen tödlichen Absturz zu erleiden. Hierzu gibt es viele Möglichkeiten, wie Persönliche und bauliche Schutzmaßnamen. Eine davon ist eine Auffangeinrichtung. Diese ist kollektiv wirksam, das bedeutet, dass nicht nur eine Person gesichert ist, sondern alle Arbeiter in dem Bereich der Auffangeinrichtung. Die Definition einer Auffangeinrichtung steht in den technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A2.1 und beschreibt diese als dauerhaft wirksame Einrichtung, die eine abstürzende Person ohne das einwirken dieser auffängt und somit einen tiefen oder weiteren Sturz verhindert. Unter diese Definition fallen zum Beispiel Schutzgerüste, -netze und-wände.

Wichtiges zur Anbringung

Beträgt die Neigung der zu sichernden Flächen einen Winkel von unter 22,5°, so müssen bestimmte Regelungen der DGUV Vorschrift 39 eingehalten werden, um Höhenunterschiede zwischen dem Arbeitsbereich und der Auffangeinrichtung sicher zu überbrücken. Bei Ausleger-, Hänge- und Konsolgerüsten beträgt der maximale Höhenunterschied 3m, bei Dachfanggerüsten nur 1,5m, sonstige Fanggerüste liegen bei 2m. Bei Auffangnetzten beträgt der maximale Höhenunterschied 6m. Ab einem Winkel von 22,5° bis 60° kann es zu einer Abrutscht Gefahr durch den steileren Winkel kommen. In einer solchen Arbeitsumgebung darf sich die Auffangeinrichtung, unabhängig von seiner Art, maximal 5m unter dem Arbeitsbereich oder Verkehrsweg befinden.

Was passiert nach dem Schutz durch eine Auffangeinrichtung?

Trotz, dass eine Auffangeinrichtung das Schlimmste verhindert, muss mit Verletzungen gerechnet werden. Durch den verkürzten aber dennoch ernsten Sturz, kann der Verunfallte falsch aufkommen und daher Verletzungen davontragen. In manchen Fällen ist es sogar möglich, dass sich die verunfallte Person nicht selbst auf der Situation befreien kann. Um in dieser Situation dennoch ein en kühlen Kopf zu bewahren und die Person richtig zu unterstützen, muss der Unternehmer bei der Nutzung einer Auffangeinrichtung auch ein Rettungskonzept vorweisen, welches die Helfer in einem Absturzfall anleitet und unterstützt. Ebenfalls dort aufgeführt ist, dass für Verunfallte ein Rettungsgurt verfügbar sein muss, um ihn zuverlässig ins Rettungssystem aufnehmen zu können.

Wichtig ist: Eine Auffangeinrichtung sollte immer als letztes Schutzmittel betrachtet werden. Eine Persönliche Schutzausstattung gegen Absturz oder Anschlageinrichtungen sollen immer vorgezogen werden, damit es gar nicht erst zu einem Absturz kommen kann.

 

Dokumentation von Anschlagseinrichtungen

Dokumentation von Anschlagseinrichtungen 1200 800 EASiTec

Dokumentation von Anschlagseinrichtungen

Grundsätzlich gibt es eine Dokumentationspflicht, wenn Absturzeinrichtungen montiert oder gewartet werden. Notwendig ist die Dokumentation, weil besonders die Verankerung der Systemstützen oder Anschlagpunkte oft nicht mehr einsehbar sind nach der Montage. Liegen alle benötigten Daten in der Dokumentation vor, kann später eine Wiederholungs- und Sichtprüfung durchgeführt werden.

Was ist in der Dokumentation von Anschlageinrichtungen enthalten?

Neben bestimmten Eckdaten wie dem Montageunternehmen, dem ausführendem Monteur und dem Hersteller der Anschlageinrichtung müssen alle verbauten Produkte mit genauen Bezeichnungen, sowie eine Liste und die Details ihrer Befestigung im Untergrund angegeben sein mit Angabe der zulässigen Zug- und Querkraft und der zulässigen Anzahl der Benutzer. Auch, dass die Montage aller Materialien nach Herstellervorgaben durchgeführt wurde, muss schriftlich festgehalten sein. Zusätzlich zum Standort des Objekts muss auch ein detaillierter Plan in der Dokumentation enthalten sein, in dem die genaue Position der Anschlageinrichtungen angegeben wird, damit eine sichere Nutzung der Anschlageinrichtungen gewährleistet werden kann und z.B. bei Schnee ihre Position problemlos lokalisiert werden kann.

Die genaue Position der Anschlageinrichtungen ist auch im sogenannten Dach-Schemaplan verzeichnet, welcher für jeden ersichtlich am Bauwerk angebracht sein muss (z.B. am Dachausstieg).

Wenn mehrere Anschlageinrichtungen auf der dokumentierten Fläche montiert sind, müssen diese zweifelsfrei zuzuordnen sein, entweder durch eine fortlaufende Nummerierung oder durch die Dokumentation. Ist diese Zuordnung nicht möglich, muss sie spätestens im Rahmen der Wiederholungsprüfung erfolgen.

Nicht zwingend erforderlich, aber trotzdem sinnvoll ist auch eine Dokumentation der Anschlageinrichtungen per Foto, besonders um Details, die im Endzustand nicht mehr einsehbar sind (wie z.B. Befestigungsmittel und Befestigungsuntergrund), zu dokumentieren.

Jährliche Wartung und Überprüfung

Mindestens alle 12 Monate müssen Anschlageinrichtungen von einem Sachkundigen für persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) überprüft und gegebenenfalls gewartet werden. Das Vorhandensein einer vollständigen Montagedokumentation ist für diese Prüfung unerlässlich.

Eine Freigabe der Anschlageinrichtung ohne eine Montagedokumentation ist nicht möglich. Fehlt die Dokumentation, wird die Anlage erstmal gesperrt. Sollte der Hersteller nicht mehr zu ermitteln sein, muss die Anlage schlimmstenfalls gemäß DGUV-Information 201-056 „Planungsgrundlagen von Anschlageinrichtungen auf Dächern“ ersetzt werden.

Wenn alle erforderlichen Unterlagen vorliegen, kann die Überprüfung durch den Sachkundigen erfolgen und muss ebenfalls vorschriftsmäßig dokumentiert werden. Sie wird dem Auftraggeber nach der erfolgreichen Prüfung und Wartung ausgehändigt.

Vorgaben für die Dokumentationserstellung

Die DGUV und die Berufsgenossenschaften bieten für die Erstellung einer lückenlosen Dokumentation Vorlagen an. Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit, Apps und Web-Tools zu nutzen, um die Montage- und Wartungsdokumentation digital zu erstellen, einzusehen und zu pflegen. Die digitale Dokumentation bietet eine bessere Verfügbarkeit der Unterlagen und auch eine höhere Transparenz und wird deshalb gerne genutzt.Außerdem gibt es verschiedene Firmen, die den Service eines Wartungsvertrags anbieten und den unterbrechungsfreien Betrieb der Anschlageinrichtung durch die regelmäßige Prüfung garantieren.

Anschlageinrichtung

Die sekundäre Absturzsicherung

Die sekundäre Absturzsicherung 1200 800 EASiTec

Die sekundäre Absturzsicherung

Wofür braucht man eine sekundäre Absturzsicherung?

Der Gesetzgeber verpflichtet mit dem Arbeitsschutzgesetz Gebäudeeigentümer und Betreiber und Unternehmer ihre Mitarbeiter vor Gefahren zu schützen. Ein Absturz ist vor allem bei Arbeiten in großer Höhe ein ständiges Risiko. Für die nötige Sicherheit sorgen hier Absturzsicherungen.

Funktionsweise der sekundären Absturzsicherung

Während primäre Absturzsicherungen einen Absturz verhindern sollen, sind sekundäre Absturzsicherungen lediglich eine Sicherheitsmaßnahme, um Personen oder Material bei einem Absturz aufzufangen. Sekundäre Absturzsicherungen kommen immer dann zum Einsatz, wenn primäre Absturzsicherungen wie Absperrungen, Umwehrungen und Abdeckungen nicht zum Einsatz kommen können aufgrund baulicher oder arbeitstechnischer Ursachen. Auch für Bereiche, die nur einmalig oder zu selten betreten werden und bei denen sich der Einsatz einer primären Absturzsicherung nicht lohnt, werden häufig sekundäre Absturzsicherungen eingesetzt.

Welche Arten der sekundären Absturzsicherung gibt es?

Die gebräuchlichsten Arten der sekundären Absturzsicherung sind Fanggerüste, Auffangnetze und die persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) im Auffangsystem, welches den Anwender vor dem Aufschlagen auf dem Boden oder anderen tiefergelegenen Strukturen schützt.

Nutzen und Gefahren der sekundären Absturzsicherung

Soweit möglich sind primäre Absturzsicherungen den sekundären Absturzsicherungen immer vorzuziehen, denn auch bei einem erfolgreichen Einsatz von sekundären Absturzsicherungen kann es zu Verletzungen kommen. Bei der Anwendung von sekundären Auffangeinrichtungen muss der Unternehmer deshalb grundsätzlich auch ein Rettungskonzept vorweisen, weil sich der Verunfallte häufig nicht selbstständig aus dem Fanggerüst oder Auffangnetz befreien kann. So muss z.B. für den Verunfallten ein Rettungsgurt bereitgestellt werden, um ihn in das Rettungssystem zu übernehmen.

Rückhaltesystem

Rückhaltesystem 1200 800 EASiTec

Rückhaltesystem

Das Rückhaltesystem, oder auch Haltesystem stellt für den Nutzer ein hohes Maß an Sicherheit dar. Laut der DIN EN 363 ist durch die Verwendung der PSAgA (Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz) in einem Haltesystem ein Absturzunfall ausgeschlossen. Der Anwender wählt in diesem System seine PSAgA, die zu seinem Arbeitsbereich passt und eine geeignete Anschlageinrichtung, um seine Bewegungsfreiheit bewusst einzuschränken. Innerhalb dieses nun noch verfügbaren Bewegungsbereiches muss er von einem Absturz vollkommen ausgeschlossen sein.

Wird eine feste Anschlageinrichtung zum Beispiel auf einem Dach geplant, so entscheidet ein Fachplaner zusammen mit dem SiGeKo und dem zuständigen Gebäudebetreiber, wie die Anschlageinrichtung am wirkungsvollsten positioniert werden kann. Anschlageinrichtungen, wie Seil- oder Schienensicherungssysteme werden gern genutzt, da einzelne Anschlagpunkte nur einen kreisrunden Bewegungsbereich freigeben und somit viel weniger Fläche zum Arbeiten bieten, bevor der Nutzer sich mit dem nächsten Punkt verbinden muss. Der Bewegungsbereich bei diesen parallel zur Absturzkante verbauten Anschlageinrichtungen ist wesentlich größer und bieten durchgehenden Schutz, da sich der Anwender nicht kurzzeitig vom System trennen muss.

Was ist besonders am Rückhaltesystem?

In einem Rückhaltesystem ist der Anwender vollkommen gegen einen Absturz gesichert, sodass falldämpfende Elemente redundant wirken. Es wird dennoch ausdrücklich darauf hingewiesen, nicht einfach so auf diese Elemente zu verzichten, denn auch wenn ein Rückhaltesystem sehr sicher ist: Bei Falschanwendung kann es zu einem Absturz kommen, in welchem Falle die gesamte Kraft des Absturzes vom menschlichen Körper aufgenommen werden würde. Dies hat mindestens schwere Verletzungen, wenn nicht sogar tödliche Unfälle zur Folge.

Daher ist es unerlässlich, das in diesem System arbeitende Personal regelmäßig zu schulen und einzuweisen. Empfohlen wird ebenfalls entweder einen Falldämpfer einzubauen, der zwar redundant wäre, aber im Zweifelsfall schützt. Schaden tut er auf keinen Fall. Des Weiteren sollte immer ein geprüfter Auffanggurt verwendet werden. Wenn sich ein Nutzer immer so verhält, als wäre er bloß an ein Auffangsystem angeschlossen, werden leichtsinnige oder riskante Verhaltensmuster vermieden und riskante Situationen verhindert. Auffang- und Rückhaltesystem sollten dennoch zusammen genutzt werden für optimalen Schutz gegen Absturz.

Einzelanschlagpunkt / Sekuranten

Einzelanschlagpunkte / Sekuranten

Einzelanschlagpunkte / Sekuranten 1200 800 EASiTec

Einzelanschlagpunkte/ Sekuranten

Was sind Einzelanschlagpunkte/Sekuranten?

Einzelanschlagpunkte, die umgangssprachlich auch Sekuranten (auch Securant geschrieben) genannt werden, dienen der Absturzsicherung von Personen, die an Fassaden, auf Dächern oder anderen Untergründen in großer Höhe arbeiten. Auch in der Industrie werden Sekuranten verwendet, z.B. An großen Maschinen, Fertigungsstraßen oder Kranbahnen.

Wie wird der Einzelanschlagpunkt/Sekurant genutzt?

Arbeiter befestigen ein Stahlseil am Sekuranten in Arbeitsbereichen mit der Gefahr eines Absturzes, um ihre “Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) während Dacharbeiten wie Reinigung, Bau oder Instandhaltung zu sichern.

Welche Arten von Einzelanschlagpunkten/Sekuranten gibt es?

Bedingt durch die Unterschiede der möglichen Untergründe, gibt es unterschiedliche Varianten von Sekuranten.

In der DGUV-Informationsbroschüre 201-056 zum Thema Absturzsicherung wird beschrieben, wie die passende Art der Absturzsicherung ausgewählt wird. Anhand von sogenannten Ausstattungsklassen kann danach entschieden werden, ob ein Sekurant (Einzelanschlagpunkt), ein Kollektivschutz oder ein Seilsystem benötigt wird.

Wenn der Sekurant die richtige Wahl ist, kann anhand von Untergrund und Wärmedämmung der passende Sekurant gewählt werden. Die Wahl des Sekuranten sollte grundsätzlich passend zu den jeweiligen Anforderungen ausgewählt werden, um immer den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten.

Die Unterschiede der Varianten von Sekuranten sind teilweise beträchtlich. Schon bei der Befestigung geht es darum, ob die Systeme eingeschraubt, eingeklebt oder eingeschlagen werden. Auch zwischen einer Anschlaglasche und einer Anschlagöse für die Befestigung des Sicherungsseils kann gewählt werden. Sogar abnehmbare Varianten der Sekuranten gibt es. Die Vielfalt an Auswahlmöglichkeiten stellt sicher, dass bei Arbeiten in der Industrie, bei Wartungen und im Handwerk die jeweils passende Variante gewählt werden kann.

Wirkungsweise von Einzelanschlagpunk/Sekuranten

Sekuranten können Bestandteil eines Rückhaltesystems sein, bei welchem die Absturzsicherung den Arbeiter daran hindert, der Absturzkante zu nah zu kommen und so effektiv einen Absturz verhindert. Sekuranten können aber auch Bestandteil eines Auffangsystems sein, welches den Arbeiter auffängt bei einem Sturz. Die bessere, von Experten empfohlene Variante, ist das Rückhaltesystem.

Prüfung von Einzelanschlagpunk/Sekuranten

Da Sekuranten der Sicherung und dem Schutz von Menschenleben dienen, schreibt der Gesetzgeber eine jährliche Prüfung durch ausgewiesenes Fachpersonal vor. Bei der Prüfung wird der Einzelanschlagpunkt einer Funktionsprüfung und einer Sichtprüfung unterzogen und muss im Falle einer Beschädigung, z.B. durch Frost oder Feuchtigkeit umgehend ersetzt werden.

Nur in Ausnahmefällen kann diese Frist verlängert werden (z.B. wenn der Sekurant weniger als einmal im Jahr benutzt wird und fest am Haus montiert ist). Umgekehrt ist es aber auch so, dass manchmal bereits vor Ablauf der Frist der Sekurant geprüft werden muss, z.B. Wenn es zu einem Absturz gekommen ist oder Mängel entdeckt werden.